Evangelische Kirche Eltmann - Dreieinigkeitskirche

  • evangelisch

Die evangelischen Christen von Eltmann und Umgebung werden seit der
Einführung der Reformation im Jahr 1563 von Gleisenau aus betreut. In den
Dörfern Limbach und Weissbrunn hatte die Adelsfamilie von Fuchs die
Reformation eingeführt. Seit 1559 bekannten sich die Eltmanner Pfarrer
Johannes Ringelstein, Heinrich Nagel, Valentin Caudia, Andreas Spoerer und
Andreas Müller zur Reformation. Der Franziskaner Johannes Nas beklagt 1569
anlässlich seines Besuches in der Heimatstadt die Ausbreitung des
Protestantismus.

 

In den Jahren 1598, 1603 und 1613 wurden von katholischer Seite Mahnungen
erlassen, Predigt und Gottesdienst eifrig zu besuchen. 1610 wurden Wachs-
und Gefängnisstrafen verhängt. Eltmann war konfessionell zweigeteilt: Im
Jahr 1620 waren in der Stadt 234 Familienoberhäupter katholisch und 327 –
vor allem Untertanen der Rotenhan, Fuchs und Münster – evangelisch. Seit dem
Jahr 1668 führten Mitglieder der katholischen Gesellschaft Jesu im Rahmen
der Gegenreformation sogenannte Volksmissionen durch. 1814/16 kamen in
Eltmann auf 1039 Katholiken noch sechs Protestanten, die bis zum Jahr 1910
wieder auf 63 anstieg. Erst seit dem zweiten Weltkrieg wuchs die
evangelische Gemeinde durch den Zuzug protestantischer Flüchtlinge und
Heimatvertriebener stark an. Im Jahr 1950 gab es 364 evangelische Christen
in der Stadt und ihren zugehörigen Außenorten. Im Jahr 2006 zählt der
Gemeindeteil 665 Gemeindeglieder.

Seit den 1950er Jahren stellte die Stadt den Eltmanner Protestanten den
Rathaussaal zur Feier des Gottesdienstes zur Verfügung. Am 1. Januar 1955
wurde unter Leitung von Artur Gudat der „Evangelische Kirchbauverein
Eltmann und Umgebung" gegründet. Die Stadt Eltmann übernahm die Kosten für
das Baugelände zwischen Weingartenstraße und Oehrberg und bezuschusste das
Bauholz. Im Mai 1958 wurde mit dem Bau begonnen. Die Grundsteinlegung fand
am 1. Juli 1958, nachmittags um 17.30 Uhr unter Beisein von Dekan Dietz aus
Bamberg statt. Das Richtfest war am 31. Juli 1958.

Stilistisch wurde die Kirche den ihr gegenüberliegenden Häusern der
Kugelfischersiedlung angepasst. Dr. h. c. Georg Schäfer stiftete alle fünf
Kirchenglocken, die von der Glockengießerei aus Sinn/Dillkreis gegossen
wurden. Sie trafen am 25. September 1959 auf einem LKW der Firma
Kugelfischer ein. Auf jeder Glocke ist ein Symbol eingraviert. Die größte, 8
Zentner schwere Glocke zeigt einen Brunnen und deutet auf Gott, den
Brunnquell des Lebens. Auf der zweiten Glocke ist das Lamm Gottes zu sehen,
dass der Welt Sünde trägt. Eine Taube weist auf der dritten Glocke auf den
Heiligen Geist. Die Arche auf der vierten Glocke deutet auf die Kirche
Gottes, die im Meer der Zeit nicht untergehen und bestehen wird. Auf der
kleinsten Glocke, der Gebetsglocke, erinnert ein Hirsch an Psalm 42,2: „Wie
ein Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele nach dir."

Am Sonntag, dem 11. Oktober 1959 wurde die evangelisch-lutherische
Dreieinigkeitskirche durch Kreisdekan Oberkirchenrat Burkert aus Bayreuth im
Beisein von 30 weiteren Geistlichen, zahlreichen weltlichen Würdenträgern,
Pfarrer Stockmeier und einer großen Schar von Gläubigen eingeweiht.

Im Jahr 2006 zusammengestellt von Thilo Auers.