Stadtteil Dippach

Der Stadtteil Dippach mit seinen derzeit 358 Einwohnern weist eine enge Verbindung mit der Geschichte Eltmanns auf. So findet der Name Dippach seit der Besiedlung Frankens immer wieder Erwähnung mit der Chronik Eltmanns und des Amtes Wallburg.

  • Ortskern DippachOrtskern Dippach

Die im Jahre 1586 urkundlich erwähnten 12 Herdstellen in Dippach lassen auf die fränkische Besitzergreifung schließen. Ebenso wird in diesem Jahre Dippach als Teil der Gumpert'schen Schenkung beschrieben, wonach dieser Ort also bereits für das Jahr 741 beurkundet ist. Eine frühere Existenz kann nicht mit Sicherheit nachgewiesen, muss aber doch vermutet werden. So galt der Ortsbach als Grenze zwischen Franken und Slaven, was die Auslegung des Ortsnamens vermuten lässt: Dippach - Dietbach (von „diot" = das Volk, die Leute) = Ort an dem Bach, der noch zu unserem Volk gehört. An anderer Stelle ist der Ortsname Diebach= Tiefenbach (tiefer Bach) = von Höhe der Hochstraße Weisbrunn-Lembach, erwähnt. 

Die Bedeutung des Ortes musste wohl verschiedene Höhen und Tiefen erleben; zur Zeit des Bauernkrieges 1525 war sie recht gering: „Ain weyler ligt in diesem ampt Wallburg, Dippach genannt, in welchem über zehen persone nit sind". (Goepfert S. 145) Gegen Ende des 16. Jahrhunderts nahm wohl seine Bedeutung weiter zu. So ist erstmals im Jahre 1596 der Greusenhof (alter Edelsitz) genannt, der durch mehrere Besitzer ging: Fuchs, Rotenhan, Liebenau, Heinrich. Die Besitzungen sind beträchtlich: 324 ha Flurmarkung, 80 ha Wald. 

Auch der Dreißigjährige Krieg hinterließ in Dippach seine Spuren, so dass es 1643 nach einer Brandschatzung nur noch 3 1/2, bewohnte Häuser gab. Eine Begebenheit aus dieser Zeit zeigt auch, dass nicht immer ein gutes Einvernehmen mit Eltmann bestand: „In der Scheune des Kreusenhofes zu Dippach machten sich schwedische Soldaten 1647 beim Lagern ein Feuer, ohne es beim Weggehen zu löschen. Bei dem dadurch entstandenen Brand verweigerte man zu Eltmann die erbetene Hilfe, worüber der Besitzer Wendelin Agrikola bewegte Klage führte. Auch in einem anderen Punkt beschwert er sich über Eltmann. '13 kaiserliche Reutter' hatten ein par Ochsen in seinem Hof zu Eltmann eingestellt, welche Eltmänner Bürger wegnahmen, indem sie in 2 Parteien 'mit ihrem Gewehr die Reiter überfielen. Nach dem ersten Schrecken hätten sich die Soldaten verbollwerkt und alles demoliert. Der wirkliche Besitzer kaufte Ochsen um 12 Rth. zurück, welche die Eltmänner 'versoffen' haben. Agrikola verweigerte darum die Wachslieferung des Kreusenhofes an die Kirche zu Eltmann." (Goepfert S. 217) 

Im Jahre 1819 gab es in Dippach 152 Einwohner, wie es in einer Aufzählung der dem Landgericht Eltmann zugehörigen Orte zu ersehen ist. 

Eine nicht geringe Bedeutung hatte die Schule in Dippach, die mit Eschenbach und Weisbrunn bis 1840 zu einem Schulsprengel vereinigt war. Rivalitäten zwischen den Ortschaften bestanden schon damals. So dürfte nach Goepfert (S. 121) „das alte Schulhaus um 1789 entstanden sein, da in diesem Jahre auch Eschenbach eine Schule errichten wollte. Aber statt der geforderten 80 fl. Gehalt konnte man nur 50 fl. aufbringen. Damals errang das reichere Dippach seinen ersten Sieg, den zweiten beim Neubau der jetzigen Schule 1887, wo nochmal die Verlegung der gemeinsamen Schule nach Eschenbach angestrebt wurde." Ein weiteres gemeindliches Bauwerk war 1894 die Kirche, die wie die Schule aus den ortseigenen Steinbrüchen des Hofbergs und Hühnerbergs errichtet wurde.

Stadtteil Eschenbach

Zwei Kilometer ostwärts von Eltmann liegt der Stadtteil Eschenbach mit derzeit 214 Einwohnern. Im Jahre 1023 gab es den Namen Eskinebach, der sich dann sehr rasch in den endgültigen Namen umwandelte. Seine Bedeutung ist auch noch klar erkennbar: Ort an dem Bach, an dem Eschen wachsen.

  • VierzehnnothelferkapelleVierzehnnothelferkapelle

Nach dem fränkischen Siedlungssystem war zur Gründung Eschenbachs wohl eine Dekanie (10 bewaffnete Bauern) als „Vorpostenstellung für Eltmann gen Osten" (Heimatkartei P. Hinz) vorhanden.Ebenso wie Dippach gehört Eschenbach zur urkundlich erwähnten Schenkung Gumberts im Jahre 741 und besaß im Jahre 1596 zwölf Herd- und Hofstätten. Die Größe der Flurmarkung betrug 243 ha, Wald 27ha. Als einer der „Hauptrebellen" des Bauernkrieges wurde im Jahre 1525 Adam Haylgott aus Eschenbach mit drei weiteren Eltmannern durch das Schwert hingerichtet. Wie es in derartigen Ortschaften früher um das Schulwesen bestellt war, ist aus einem Visitationsprotokoll des Jahres 1799 zu ersehen. Hier werden Pfarrer und Kaplan aufgefordert, den „minderfähigen Filialschullehrern" zu einer besseren Lehrmethode zu verhelfen: „In den Filialortschaften Schönbach, Dippach und Eschenbach unterrichten die Jugend die dasiegen Gemeindeschmiede, welche außer dem Eschenbacher selbsten nicht viel wissen, der zu Ebelsbach ist ein Taglöhner, gleichwohl in seiner Lehr und Sitten unter letzteren der beste. Zu Weißbrunn hingegen ist lediglich gar keiner". Bereits im Jahre 1549 war eine Mainfähre vorhanden, welche die Orte Eschenbach, Dippach und Stettfeld verkehrstechnisch verband. Sie wurde ständig von Bauern benutzt, die ihre landwirtschaftlichen Grundstücke auf der gegenüberliegenden Mainseite bewirt schaffen mussten. Später war die Bahnstation in Stettfeld zusätzlicher Anlass, die Fähre zu benutzen. Ebenso fand lange Zeit alljährlich von Dippach aus am Markustag eine Bittprozession nach Stettfeld statt, bei dem die Wallfahrer in Eschenbach übergesetzt wurden. Die verbindende Funktion dieser Fähre ähnlich einer Brücke zeigt sich auch darin, dass Eschenbacher Soldaten als Dank für eine glückliche Heimkehr aus dem Französischen Krieg 1871 drei Linden auf der gegenüberliegenden Mainseite nahe der Anlegestelle pflanzten. Diese sind heute noch als sogenannte Friedenslinden zu sehen. Die Tradition dieser Fähre geht bis in das Jahr 1957. Vom Zeitpunkt der Motorisierung an war eine weitere Unterhaltung bzw. Erneuerung unrentabel, so dass nun die Brücke in Eltmann die Aufgabe der Verbindung übernimmt. 

Die sich ursprünglich in der Hauptsache von Ackerbau und Viehzucht ernährenden Eschenbacher begannen seit ca. 1750, ihr Brot zusätzlich als Flößer zu verdienen. So wurden während der Abwesenheit der Männer die Felder von den Frauen bewirtschaftet. Dieser Erwerbszweig hatte ungefähr 200 Jahre lang Bedeutung, bis er durch die Stauung des Mains in den fünfziger Jahren eingestellt werden musste. 

Das erst kürzlich renovierte Rathaus mit Fachwerk und Glockentürmchen beinhaltete im unteren Bereich ursprünglich einen Dorfbrunnen und eine Schmiede. Nach Errichtung der Wasserleitung im Jahre 1930 erschien der Brunnen überflüssig und wurde zugeschüttet. Durch Schließung der Rundbögen wurde die ehemalige Brunnenstube nach dem Zweiten Weltkrieg in ein Feuerwehrgerätehaus umfunktioniert. Erst durch Erbauung eines neuen Feuerwehrhauses 1980 und Renovierung des Rathausgebäudes 1984 konnte der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden.

Ab 1970 erfolgte die Erschließung des Siedlungsgebietes, seit 1971 ist dieser Ort im Zuge der freiwilligen Eingemeindungen Stadtteil von Eltmann.

Stadtteil Lembach

"Lenebach", eine karolingische Dorfgründung mit königsfreien Bauern um 800 n. Chr. zur Sicherung der damaligen Slawengrenze, war zunächst ein Weiler, dann ein Kettendorf nahe der alten Hochstraße. Infolge seiner Grenzlage, die bis in die heutige Zeit besteht, war der Ort immer wieder sich ändernden Herrschaftsverhältnissen ausgesetzt. 1385 wurde er dem Apel Fuchs von Eltmann zugesprochen. Als am 28. Juni 1584 der Fürstbischof Julius Echter von Würzburg für 4200 Gulden von Georg Christoph von Bischofsheim den Halbteil der Zent Hohenaich kaufte, zu dem auch Lembach gehörte, wurde es dem Amt Wallburg zugeteilt. Ende des 17. Jahrhunderts kam es dann zum Oberamt Zeil und die Zent wieder nach Hohenaich. Seit 1862 gehört es dem Bezirksamt Haßfurt, später Landratsamt und somit dem Regierungsbezirk Unterfranken an.

  • Gemeindehaus LembachGemeindehaus Lembach

1756 wurde durch die Stiftsherren Jörg und Heinrich Freiherren von und zu Werdenstein die Kirche neu erbaut, ausgestattet mit einem Rokokoaltar und einem Altarbild der schmerzhaften Mutter, das um 1580 gemalt wurde. Von 1756 - 1783 gehörte Lembach zur Pfarrei Trunstadt und kam dann als Filiale zur 1756 gegründeten Pfarrei Priesendorf, zu der es bis heute gehört. Die Kirche beherbergt auch ein Bischofsgrab. Am 18.09.1971 wurde der bislang wohl bekannteste Sohn und Ehrenbürger der Gemeinde Kilian Pflaum, Missionsbischof des apostolischen Vikariats von Nuflo de Chavez, Bolivien, in seiner Heimatpfarrei in Lembach bestattet.

Stadtteil Limbach

Westlich von Eltmann, am nördlichen Steilabfall des Steigerwaldes zum Maintal hin, liegt der etwa 750 Einwohner zählende Ort Limbach, der durch die barocke Wallfahrtskirche „Maria Limbach", in moderner Zeit aber auch durch die nahegelegene Main-Staustufe mit Schleuse und Kraftwerk besonders bekannt ist. Ähnlich der Entstehung der Stadt Eltmann dürfte auch Limbach im Zuge der fränkischen Landnahme im 6.-8. Jahrhundert gegründet und als Außenposten des Castells Altimoin mit drei „Dekanien" (je 10 wehrfähige Bauern) besetzt worden sein. Ausgrabungen am Spitzberg westlich von Limbach haben aber auch die Existenz einer keltischen Ansiedlung bereits um 450 v. Chr. nachgewiesen. Der Ortsname dürfte sich vom ahdt. „linta" = Linde ableiten: Linpach, Limpach, Limbach = Ort an dem Lindenbach. Erste urkundliche Erwähnung erfährt Limbach im Rahmen der Gumbert'schen Stiftung im Jahre 741. Seine eigentliche Bedeutung erreichte Limbach aber als Wallfahrtsort, denn bereits im Jahre 1023 wird von der 1. Wallfahrt zu einer Kapelle an der Stelle der jetzigen Wallfahrtskirche erzählt. 

  • Wallfahrtskirche LimbachWallfahrtskirche Limbach

Die ersten Zahlen dieser früheren Wallfahrtskapelle datieren nach Pfeilerinschriften aus den Jahren 1201, viele weitere Hinweise berichten vom steten Ausbau dieses Gotteshauses. Nachdem Limbach vorübergehend evangelisch-lutherisch war, kehrte es 1630 wieder zum kath. Glauben zurück. Mit der Erteilung des Gnadenbriefes wurde Limbach 1660 als „altersessene Wallfahrt" bestätigt. Die Kirche erhielt 1698 das Gnadenbild (etwa um 1500 entstanden) zurück und erlebte 1701 mit der Glockenweihe ihren letzten Höhepunkt erwies sie sich 1721 doch als baufällig.So suchte der Ort nach Anpassung und Veränderung und wurde zum Dorf der Flößer. Seine Einwohner, vormals in der Hauptsache mit Landwirtschaft und Viehzucht beschäftigt, betrieben nunmehr die Mainschifferei und Holzhandel oder vermieteten sich als Knechte auf größere Schiffe, so dass der Chronist stolz vermerken kann: „Limbach lebt in gemäßigtem Wohlstande und besoldet einen eigenen Pfarrer und Schullehrer". Heute verdienen rund 80% aller Erwerbstätigen aus Limbach ihr Brot als Auspendler in Betrieben des Umlandes, landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe gibt es nur noch wenige. Einen neuen Schwerpunkt setzte nach dem 2. Weltkrieg der Ausbau des Mains zur Großschiffahrtsstraße. Bei Limbach wurde eine der vielen Staustufen 1951 in Betrieb genommen. Die 300 m lange Schiffsschleuse und das riesige Flußkraftwerk prägten ein völlig neues Ortsbild. Auch in Limbach selbst wurden zahlreiche Neuerungen durchgeführt.

Stadtteil Roßstadt

  • Kirche RoßstadtKirche Roßstadt
Die erste Besiedelung erfolgte vor 531 vom Obermain her durch die Thüringer, die dem Dorf auch den Namen geben: Ratstadt, als Wohnstätte eines Rat oder Rato. Durch die mundartliche Lautverschiebung wurde aus "Rat-statt" ein "Ra-statt", später ein "Ro-statt".

Das Dorf wird in den Lehenbüchern des FB Andreas von Gundelfingen 1303 erstmals erwähnt. Die Grundherrschaft über das Dorf Roßstadt gehörte bis zur Säkularisation 1803 der Probstei St. Stephan zu Bamberg, das zuständige Gericht war die Zent Hohenaich. Die Dorfkirche wurde 1747 durch den Baumeister johann Jacob Michael Küchel im Rokokostil erbaut.

Kirchlich zur Pfarrei Trunstadt gehörig (früher Bistum Würzburg, jetzt EB. Bamberg).

Ende der politischen Gemeinde 1978 durch die Gebietsreform, nun Stadtteil von Eltmann.

Stadtteil Weisbrunn

  • WeisbrunnWeisbrunn
Weisbrunn liegt etwa 5 km südöstlich von Eltmann in einem Talgrund des Steigerwaldes. Der Name bedeutet soviel wie "Ort am weißen Brunnen". Schon im Jahre 1275 schrieb man Wizbrunne, Anfang des 14. Jahrhunderts hieß es Witzenbrunnen, 1385 nannte man den Ort Weisbrunne, woraus später Weisbrunn wurde. Von der eigentlichen Entstehung des Ortes ist nichts bekannt, da aus den Jahren 860 bis 1300 keinerlei schriftliche Urkunden überliefert sind. Lediglich der Volksmund erzählt aus dieser Zeit von einem untergegangenen Ort Alt-Weisbrunn gegen Lembach zu. 

Die ersten urkundlichen Quellen zum Ortsnamen liefern die um 1303 beginnenden Lehnbücher, die nach den jeweiligen Bischöfen benannt sind. 
1317 bis 1322 sind als Besitzer Weisbrunns die Herren Apio und Coczo von Fuchs angegeben. Die Herren von Fuchs und Rotenhan lebten zu dieser Zeit als Ritter auf der Wallburg bei Eltmann. 
1518 waren 4 Höfe in Weisbrunn als zins- und zehntpflichtig an das Rittergeschlecht auf der Wallburg angegeben. 
1596 umfasste Weisbrunn 7 Herdstellen, ein Forsthaus derer von Fuchs und eine Schäferei. Die Bewohner des Ortes lebten vom Ackerbau und von der Waldarbeit oder arbeiteten auch schon auswärts.
Durch die Herren von Fuchs wurde Weisbrunn 1563 reformiert. Die damalige Füchsin verlangte bei 50 fl. Strafe, dass ihre Weisbrunner nach Gleisenau in die Kirche gehen sollten. Diese Situation änderte sich wieder, als Weisbrunn an Philipp Christian Echter verkauft wurde. 
Nach dem Ableben der Echter'schen Linie, mit dem Tode des Johann Philipp Echter von Mespelbrunn, kam Weisbrunn im Jahre 1666 als eröffnetes Lehen an das Amt Wallburg. 
Um 1800 lautete das offizielle Ortsverzeichnis des Oberamtes Eltmann: Eltmann, Stettfeld, Dippach, Schönbrunn, Ebelsbach, Limbach, Ober-, Unter- und Neuschleichach, Trossenfurt, Eschenbach, Schönbach, Weisbrunn, dazu einige Lehen in Tütschengereuth, Roßstadt, Bischberg, Viereth, Kemmem, Priesendorf, Kirchaich und Dankenfeld. 
Bis 1840 waren Dippach, Eschenbach und Weisbrunn ein Schulsprengel, danach erhielt Weisbrunn eine eigene Schule. 
Das alte Dorfkirchlein in der Ortsmitte stand seit 1877. Durch eine Spende der Posthalters-Familie Hörn aus Roßbrunn, in Höhe von 5142 Mark, war es der Gemeinde ermöglicht worden, dieses Kirchlein zu bauen. 
Bis 1931 wurden die Verstorbenen aus Weisbrunn in Eltmann beerdigt. Ein Jahr später 1932 wurde in Weisbrunn ein neuer Friedhof am östlichen Ortseingang angelegt. 
Die im Jahre 1908 erstellte Mariengrotte wurde 1953 zum Kriegerehrenmal erweitert. Die Einwohnerzahl des Stadtteiles Weisbrunn hat sich von 198 im Jahre 1960 bis heute auf 348 erhöht, die Wohngebäude verdoppelten sich in dieser Zeit.