Stadtteil Eschenbach

Zwei Kilometer ostwärts von Eltmann liegt der Stadtteil Eschenbach mit derzeit 214 Einwohnern. Im Jahre 1023 gab es den Namen Eskinebach, der sich dann sehr rasch in den endgültigen Namen umwandelte. Seine Bedeutung ist auch noch klar erkennbar: Ort an dem Bach, an dem Eschen wachsen.

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Nach dem fränkischen Siedlungssystem war zur Gründung Eschenbachs wohl eine Dekanie (10 bewaffnete Bauern) als „Vorpostenstellung für Eltmann gen Osten" (Heimatkartei P. Hinz) vorhanden.Ebenso wie Dippach gehört Eschenbach zur urkundlich erwähnten Schenkung Gumberts im Jahre 741 und besaß im Jahre 1596 zwölf Herd- und Hofstätten. Die Größe der Flurmarkung betrug 243 ha, Wald 27ha. Als einer der „Hauptrebellen" des Bauernkrieges wurde im Jahre 1525 Adam Haylgott aus Eschenbach mit drei weiteren Eltmannern durch das Schwert hingerichtet. Wie es in derartigen Ortschaften früher um das Schulwesen bestellt war, ist aus einem Visitationsprotokoll des Jahres 1799 zu ersehen. Hier werden Pfarrer und Kaplan aufgefordert, den „minderfähigen Filialschullehrern" zu einer besseren Lehrmethode zu verhelfen: „In den Filialortschaften Schönbach, Dippach und Eschenbach unterrichten die Jugend die dasiegen Gemeindeschmiede, welche außer dem Eschenbacher selbsten nicht viel wissen, der zu Ebelsbach ist ein Taglöhner, gleichwohl in seiner Lehr und Sitten unter letzteren der beste. Zu Weißbrunn hingegen ist lediglich gar keiner". Bereits im Jahre 1549 war eine Mainfähre vorhanden, welche die Orte Eschenbach, Dippach und Stettfeld verkehrstechnisch verband. Sie wurde ständig von Bauern benutzt, die ihre landwirtschaftlichen Grundstücke auf der gegenüberliegenden Mainseite bewirt schaffen mussten. Später war die Bahnstation in Stettfeld zusätzlicher Anlass, die Fähre zu benutzen. Ebenso fand lange Zeit alljährlich von Dippach aus am Markustag eine Bittprozession nach Stettfeld statt, bei dem die Wallfahrer in Eschenbach übergesetzt wurden. Die verbindende Funktion dieser Fähre ähnlich einer Brücke zeigt sich auch darin, dass Eschenbacher Soldaten als Dank für eine glückliche Heimkehr aus dem Französischen Krieg 1871 drei Linden auf der gegenüberliegenden Mainseite nahe der Anlegestelle pflanzten. Diese sind heute noch als sogenannte Friedenslinden zu sehen. Die Tradition dieser Fähre geht bis in das Jahr 1957. Vom Zeitpunkt der Motorisierung an war eine weitere Unterhaltung bzw. Erneuerung unrentabel, so dass nun die Brücke in Eltmann die Aufgabe der Verbindung übernimmt. 

Die sich ursprünglich in der Hauptsache von Ackerbau und Viehzucht ernährenden Eschenbacher begannen seit ca. 1750, ihr Brot zusätzlich als Flößer zu verdienen. So wurden während der Abwesenheit der Männer die Felder von den Frauen bewirtschaftet. Dieser Erwerbszweig hatte ungefähr 200 Jahre lang Bedeutung, bis er durch die Stauung des Mains in den fünfziger Jahren eingestellt werden musste. 

Das erst kürzlich renovierte Rathaus mit Fachwerk und Glockentürmchen beinhaltete im unteren Bereich ursprünglich einen Dorfbrunnen und eine Schmiede. Nach Errichtung der Wasserleitung im Jahre 1930 erschien der Brunnen überflüssig und wurde zugeschüttet. Durch Schließung der Rundbögen wurde die ehemalige Brunnenstube nach dem Zweiten Weltkrieg in ein Feuerwehrgerätehaus umfunktioniert. Erst durch Erbauung eines neuen Feuerwehrhauses 1980 und Renovierung des Rathausgebäudes 1984 konnte der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden.

Ab 1970 erfolgte die Erschließung des Siedlungsgebietes, seit 1971 ist dieser Ort im Zuge der freiwilligen Eingemeindungen Stadtteil von Eltmann.